Die Brücken am Bahnhof

Im April 1991 wurde die südliche Brücke über der Altenessener Straße abgerissen. Seit dem 15. Mai 1847 durchquerte die Köln-Mindener Eisenbahn, eine der ältesten und wichtigsten Bahnlinien Deutschlands, Altenessen. Der Bahnhof Altenessen bildete den Schnittpunkt von 11 verschiedenen Strecken, die das Gemeindegebiet durchquerten.

Der Eisenbahnbetrieb störte empfindlich den Fußgänger- und Fuhrverkehr auf den zu kreuzenden Straßen. Das galt vor allem für die 100m östlich liegende Essen-Horster-Straße (heute Altenessener Straße). Wie die damalige Gemeindeverwaltung im Jahre 1887 der zuständigen Aufsichtsbehörde darlegte, befuhren täglich 170 bis 180 Züge den Übergang. Dazu kam der Rangierbetrieb, so daß die Schranken an einzelnen Tagen volle 7 Stunden geschlossen blieben.

Im Jahre 1900 kamen die Arbeiten für ein Überführungsprojekt in Gang und am 30. September 1901 wurden die ersten fahrplanmäßigen Züge der Bergisch-Märkischen Strecke über die Brücke geleitet. Diese Strecke verband seit dem Jahre 1862 den Bahnhof Altenessen mit dem Essener Hauptbahnhof. Nach dem Zweiten Weltkrieg war diese Strecke vor allem für Berufstätige die einzige Fahrverbindung zwischen Altenessen und Essen. Straßenbahnen fuhren damals wegen der starken Zerstörungen noch nicht wieder. Die Strecke existiert inzwischen nicht mehr. Auf dem Luftbild ist aber immer noch ihr früherer Verlauf um den ehemaligen Schweinemarkt herum und an der Zeche Helene vorbei zu erkennen.

Essen-Horster-Straße am Bahnhof um 1923 Am 10. November 1901 konnten auch die Brücken der Köln-Mindener Strecke dem Verkehr übergeben werden. Seit diesem Tage wurde in diesem Bereich die Essen-Horster-Straße vom Eisenbahnverkehr nicht mehr berührt. Zur Überführung der Gleise über die Straße war diese bis zu 2,64 m gesenkt und die Bahnsteige erheblich höher gelegt worden.

Heute halten keine Fernzüge mehr in Altenessen. Strukturwandel und Planung haben aus dem Bahnhof eine S-Bahn-Haltepunkt werden lassen.


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