Am Palmbuschweg - bis zum 25.02.1937 als Katernberger Straße
bezeichnet - wurde im Jahre 1905 ein Schlachthof gebaut. Bei der Planung hatte
man zwar den in Altenessen zu erwartenden Einwohnerzuwachs berücksichtigt, aber
schon im Jahre 1915 wurde Altenessen eingemeindet, so daß die Dimensionen
eigentlich viel zu groß ausgelegt waren.
Selbstverständlich konnten an diesem komplett eingerichteten
Schlachthof alle Tiere wie Rinder, Schweine und Kälber geschlachtet werden. Es
gab sogar auch einen Raum zum Schlachten von Pferden. Zum Schweineschlachten
gab es zwei sogenannte elektrische Tötungsfallen.
Es wäre naheliegend, anzunehmen, daß der Schlachthof mit dem
Altenessener Schweinemarkt (immerhin der größte in Westdeutschland) alle
Möglichkeiten der Zusammenarbeit genutzt hätte. Aber auf dem Schweinemarkt
handelt man nur mit Zuchtschweinen, so daß den Metzgern der Weg zu Essener
Schlachthof nicht erspart blieb.
Das Bild zeigt Metzgergesellen, die vor dem Schlachthaus
stehen. Beim Schlachthof waren sie als "Koppschlächter"
(Kopfschlächter) tätig. Sie hatten keine feste Anstellung und ihre Bezahlung
erfolgte nach Stückzahl der geschlachteten Tiere.
Es ist anzunehmen, daß die Herren ihren Wehrdienst geleistet
hatten und ihre Kopfbedeckung aus dieser Zeit in ihren Privatbesitz
übergegangen war. Einer der Gesellen hält ein beeindruckendes Betäubungsgerät
in der Hand. Bis in den Krieg hinein wurde der Schlachthof in Altenessen mal
mehr, mal weniger stark genutzt.
Auf dem Nachbargrundstück unterhielt die Eintracht
Konsumgesellschaft eine Fleischerei. Das hatte den großen Vorteil, daß eine
bestimmte Menge des Schlachtgutes bereits auf kürzestem Weg abgenommen wurde. Nachdem
die Nationalsozialisten die Konsumgenossenschaft aufgelöst hatten, wurden die
leer stehenden Hallen von der Milchverwertung genutzt. Auch nach dem Krieg, als
die Gebäude zerstört waren, nutzte die Milchverwertung den Komplex. Diese
Nutzung hat sich dort lange gehalten, später unter dem Firmennamen Kutel.
Inzwischen hat sich auch die Milchverarbeitung von dort
zurückgezogen.
 Bin durch Zufall auf diese Super-Kopfschlächter-Seite gestoßen. Ich bin seit 38 Jahren Kopfschlächter - einer der langjährigsten in Baden-Württemberg und bin überrascht, dass die zum damaligen Zeitpunkt schon eine elektrische Tötungsfalle hatten. Bei uns wurden die Schweine bis ca. 1960 geschossen (Bolzenschussapparat). Vorher wurden sie geschlagen. So wie von dem abgebildeten Mitarbeiter mit dem "Holzhammer". Ich bin sehr stark interessiert, wie es ganz früher in den Schlachthöfen zugegangen ist und wie gearbeitet wurde. Falls Sie näheres darüber wissen, wäre ich an einem Gedankenaustausch interessiert (E-Mail:
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