Der Schlachthof in Altenessen
Geschrieben von sanel   
Montag, 21. Mai 2007

Am Palmbuschweg - bis zum 25.02.1937 als Katernberger Straße bezeichnet - wurde im Jahre 1905 ein Schlachthof gebaut. Bei der Planung hatte man zwar den in Altenessen zu erwartenden Einwohnerzuwachs berücksichtigt, aber schon im Jahre 1915 wurde Altenessen eingemeindet, so daß die Dimensionen eigentlich viel zu groß ausgelegt waren.

Selbstverständlich konnten an diesem komplett eingerichteten Schlachthof alle Tiere wie Rinder, Schweine und Kälber geschlachtet werden. Es gab sogar auch einen Raum zum Schlachten von Pferden. Zum Schweineschlachten gab es zwei sogenannte elektrische Tötungsfallen.

Es wäre naheliegend, anzunehmen, daß der Schlachthof mit dem Altenessener Schweinemarkt (immerhin der größte in Westdeutschland) alle Möglichkeiten der Zusammenarbeit genutzt hätte. Aber auf dem Schweinemarkt handelt man nur mit Zuchtschweinen, so daß den Metzgern der Weg zu Essener Schlachthof nicht erspart blieb.

Kopfschlächter auf dem Altenessener Schlachthof um 1912Das Bild zeigt Metzgergesellen, die vor dem Schlachthaus stehen. Beim Schlachthof waren sie als "Koppschlächter" (Kopfschlächter) tätig. Sie hatten keine feste Anstellung und ihre Bezahlung erfolgte nach Stückzahl der geschlachteten Tiere.

Es ist anzunehmen, daß die Herren ihren Wehrdienst geleistet hatten und ihre Kopfbedeckung aus dieser Zeit in ihren Privatbesitz übergegangen war. Einer der Gesellen hält ein beeindruckendes Betäubungsgerät in der Hand. Bis in den Krieg hinein wurde der Schlachthof in Altenessen mal mehr, mal weniger stark genutzt.

Auf dem Nachbargrundstück unterhielt die Eintracht Konsumgesellschaft eine Fleischerei. Das hatte den großen Vorteil, daß eine bestimmte Menge des Schlachtgutes bereits auf kürzestem Weg abgenommen wurde. Nachdem die Nationalsozialisten die Konsumgenossenschaft aufgelöst hatten, wurden die leer stehenden Hallen von der Milchverwertung genutzt. Auch nach dem Krieg, als die Gebäude zerstört waren, nutzte die Milchverwertung den Komplex. Diese Nutzung hat sich dort lange gehalten, später unter dem Firmennamen Kutel.

Inzwischen hat sich auch die Milchverarbeitung von dort zurückgezogen.

Kommentare zu diesem Artikel:
No. 1 :

Bin durch Zufall auf diese Super-Kopfschlächter-Seite gestoßen. Ich bin seit 38 Jahren Kopfschlächter - einer der langjährigsten in Baden-Württemberg und bin überrascht, dass die zum damaligen Zeitpunkt schon eine elektrische Tötungsfalle hatten. Bei uns wurden die Schweine bis ca. 1960 geschossen (Bolzenschussapparat). Vorher wurden sie geschlagen. So wie von dem abgebildeten Mitarbeiter mit dem "Holzhammer". Ich bin sehr stark interessiert, wie es ganz früher in den Schlachthöfen zugegangen ist und wie gearbeitet wurde. Falls Sie näheres darüber wissen, wäre ich an einem Gedankenaustausch interessiert (E-Mail: Diese E-Mail Adresse ist gegen Spam Bots geschützt.
Sie müssen Javascript aktivieren,
damit Sie sie sehen können ).
kommentiert von Klaus Amann • 2007-11-11 17:17:50
Kommentare bitte kurz, sachlich und auf den Artikel bezogen halten. Allgemeine Kommentare zur Website können im Gästebuch abgegeben werden.
Name
Kommentar
J! Reactions Commenting Software
General Site License
Copyright © 2006 S. A. DeCaro
 
< zurück   weiter >
© 2009 Altenessen Info