Altenessener Straßenamen
Geschrieben von Lesebuchkreis Altenessen   
Mittwoch, 12. September 2007

Am 1. April 1915 wurde die Gemeinde Altenessen in die Stadt Essen eingemeindet, etliche Straßen mussten umbenannt werden. Erfreulicherweise besann man sich auf die altüberlieferten Flurbezeichnungen, Hofnamen und sonstigen örtlichen Begebenheiten und ließ diese als Straßennamen wieder aufleben. Diese charakteristischen Namen geben Auskunft über die ehemalige Bauerschaft.

In diesem Artikel sind nicht alle Altenessener Straßen aufgeführt. Auch die Straßen mit eindeutiger Herkunftsbezeichnung, wie z.B. Altenessener Straße, werden hier nicht genannt. Straßen mit Bezug auf Kirchen, wie z.B. die Karl-Denkhaus-Straße, sind in der Broschüre „Kirchturmgeschichte(n)" des Lesebuchkreises Altenessen beschrieben.

Bezeichnungen von Straßen nach Flurnamen:

Bausemshorst, Böhmerheide, Bruckmannsheide, Eickwinkel, Erlenbruch, Fundland, Foßeler bzw. Vosseier, Großenbruch, Holzschragen, Hülsenbruch, Kämmereihude, Katzenbruch, Koopmanns Hude, Lierfeld, Loskamp, Lütgenbruch, Musebrink, Niehusmanns Kamp, Nobermanns Hude, Palmbusch, Rodemanns Kamp, Rahm, Rahmheide, Rahmdörne, Rahmfeld, Ramerskamp, Rottekamp, Schlusenkamp, Schollbrauk, Stadtfeld, Stakenholt, Tiefenbruch, Unsuhr, Wildpferdehut, Zuschlag.

Folgende ehemalige Höfe und Kotten lagen in der Regel dort, wo sich heute die nach ihnen benannten Straßen befinden:

kinssfeldstr.jpg Altenberg, Bäuminghaus, Basune, Böhmer, Bischoff, Brockhoff Bruckrnann, Bückmann. Ellern (Gut in den Erlen), Hautkappe, Heger, Holtkamp, Holte, Honners, Hortmann bzw. Horstmann gen. Hossem, Hundebrink, Janst, Kellersohn, Kinßfeld, Knümann, Koopmann, Kuhlhoff, Lampferhof; Meinert, Niehusmann, Nienkamp, Nobermann, Oberholz, Philipp (Lochmann), Pörtgen (vorher Baltz), Rodemann (Rahmann), Schniering, Schonnefeld, Seumann, Sponheuer, Steiner, Strunk, Twentmann, Wackerbeck, Welker. Westerdorf, Wolbeck, Wüllner. Die Fünfhöfestraße ist nach den ehemaligen anliegenden Kotten Sträter, Plaß, Hautkappe, Raymann und Massenberg benannt.

Altenessener Örtlichkeiten gaben folgenden Straßen ihren Namen:

Am Freistein, Am Kreuz, Am Schlagbaum, An der Walkmühle, Graitengraben, Grenzgraben, Inselstraße, Schurenbach, Schwarze Straße, Strickerstraße, Teilungsweg, Tiefenbruchstraße, Tränke, Wildbannstraße, Wildpferdehut.

Straßennamen nach Altenessener Bürgermeistern:

Radhoff, Nienhausen, Noot, de Wolff, Pean und Stankeit. Für die Bürgermeister Pfeiffer und Biegon von Chzudnochowski sind in Stoppenberg Straßen benannt. Die Hövelstraße wurde nach dem Landrat Freiherr von Hövel benannt.

Straßennamen nach Altenessener Persönlichkeiten:

Siebrecht, Pasbach, Pielsticker, Bamler und Erbslöh. Heinrich Spindelmann, ein ehemaliger Zögling des Altenessener Waisenhauses, gelangte zu großem Wohlstand und vermachte sein gesamtes Vermögen zum Wohle der Altenessener Waisenkinder. Die Spindelmannstraße und die Waisenstraße sind zu seiner Erinnerung benannt.

Nach dem Bergbau sind etliche Straßen benannt.

  1. Zechen, Schächte und Kohlenflöze: Fritz, Karl, Helene, Neuessen, Nordstern, Kohlberg, Tiefbau, Querschlag,  Koks, Gewerke, Ägir, Beckstädt,  Billstein, Erbenbank, Fünffußbank, Herrenbank, Röttgersbank, Wiehagen.
  2. Persönlichkeiten des Bergbaus: Backwinkel, Feldmann, Frauenfeld, Hohendahl, Krabler, Mallinckrodt, Mevissen, Niegisch, Stapenhorst, Thies, Winkhaus.
  3. Bergbauberufe: Hauer, Fahrhauer und Steiger.
Hans Korth

Aus dem Altenessener Kalender April 2001

Kommentare zu diesem Artikel:
No. 6 :
weiss jemand, woher der name hohlmannstrasse kommt? bin dort groß geworden. die straße wurde dann später zugekippt und jetzt ist dort eine sportanlage.
kommentiert von Gerhard Stöfer • 2008-10-22 20:23:43
No. 5 :
Mein Großvater ( Johannes Westerdorf ) hat mir ein mal erzählt das es im Rahmen der Reformation zur Familienspaltung gekommen sei und die Protestanten sich ab dort mit einem f und die Katholiken sich weiter mit ff schreinben.

Jörg Schulz
kommentiert von Gast • 2008-01-31 14:03:05
No. 4 :
Guten Abend,

mich interessiert auch, wie die verschiedenen Straßen früher hießen. Von dreien weiß ich es: Vor 1915 hieß die Rahmdörne Markenstraße, die Hohendahlstraße Heinrichstraße, und die Gewerkenstraße Weststraße.
In verschiedenen Artikeln dieser Seite werden auch ältere Straßennamen angesprochen (so z.B. "Das Kolpinghaus"). Wenn jemend aber Informationen über andere ältere Straßennamen (vor 1915) besitzt, wäre es freundlich sie hier zu posten.

Danke

Benedikt Kreutz
kommentiert von Benedikt Kreutz • 2007-12-28 17:46:19
No. 3 :
der hof der familie westerdorff lag definitiv am heutigen westerdorfplatz.
kommentiert von frank westerdorff • 2007-11-16 02:01:35
No. 2 :
Eine kurze Suche bei http://maps.google.de zeigt, daß die Straße tatsächlich nur mit einem f geschrieben wird und wo sie liegt. Sie liegt aber in einem Viertel, in dem alle Straßen nach ehemaligen Höfen benannt wurden. Es ist also durchaus möglich, daß Westerdorff gemeint ist und das zweite f irgendwann verlorengegangen ist.
kommentiert von Dietmar Hollenberg • 2007-10-11 21:23:26
No. 1 :
Guten Tag,
Sie schreiben in Ihren Ausführungen Westerdorf mit einem f. Ich habe den Stammbaum der Altenessener Westerdorff´s erforscht, welche zwischen 1890 und 1915 ihr "Vätererbe in die Entwicklung der Heimat zu Industrie- und Wohnraum" übereigneten. Laut Urkunden wurde Westerdorff mit 2 f geschrieben. Wie verhält es sich damit. Ich würde mich freuen, wenn Sie diesbezüglich unter Diese E-Mail Adresse ist gegen Spam Bots geschützt.
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kommentiert von Gast • 2007-10-11 20:17:19
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