Lokales
Rettet die Zeche Carl, jetzt!
Geschrieben von: Dietmar Hollenberg Mittwoch, 24. September 2008 um 15:34 Uhr
Solidaritätserklärung der Soziokulturellen Zentren in NRW
Die Versammlung soziokultureller Zentren aus NRW appelliert an alle Verantwortlichen in Politik/Verwaltung, Trägerverein und MitarbeiterInnenschaft, sich jetzt gemeinsam für den Erhalt des soziokulturellen Zentrums „Zeche Carl“ in freier Trägerschaft einzusetzen. Dazu gehört auch, Kompromisse einzugehen sowie die Bewertung der Fehler aus der Vergangen-heit, um diese für ein zukünftiges Konzept, für einen Neuanfang zu vermeiden.
Die Zeche Carl ist eines der Gründungszentren der Landesarbeitsgemeinschaft Soziokultur und war lange Jahre Vorbild für viele andere Initiativen, die später als Soziokulturelle Zentren in NRW und anderswo entstanden sind. Wenn die aktuelle Krise zum endgültigen Aus führt, wäre der kultur- und gesellschaftspolitische Schaden groß, weit über Essen hinaus.
Eines der Hauptprobleme beim Betrieb Soziokultureller Zentren war schon immer die ungenügende finanzielle Absicherung der Zentren. Dies betrifft nicht nur die Zeche Carl sondern gilt für viele Zentren und Kultureinrichtungen bundesweit. Die Verbesserung der Rahmenbedingungen für Soziokulturellen Zentren ist daher dringend erforderlich – insbesondere eine angemessene öffentliche Förderung, die den Zentren hilft, ihren öffentlichen Kulturauftrag zu erfüllen.
Die Enquete-Kommission „Kultur in Deutschland“ (Deutscher Bundestag, Drucksache 16/7000, 16. Wahlperiode 11. 12. 2007) empfiehlt den Ländern und Kommunen: „…soziokulturelle Zentren als eigenständigen Förderbereich in der Kulturpolitik zu identifizieren, zu institutionalisieren und weiterzuentwickeln. Sie empfiehlt darüber hinaus, die besonderen Erfahrungen soziokultureller Zentren zum Beispiel im Hinblick auf Interkulturalität, Teilhabechancen und Einfluss auf die Lebensqualität auszuwerten und daraus gegebenenfalls Handlungsempfehlungen für andere kulturelle Bereiche zu entwickeln.“
Für uns ist die „Fortführung der soziokulturellen Arbeit mit all ihren kulturellen, pädagogischen, sozialen und gesellschaftlichen Dimensionen“ von elementarer Bedeutung. Uns ist es wichtig, dass die Soziokultur, die inhaltliche Arbeit, die Angebote in dieser Stadt, in diesem Stadtteil und für diese Stadt, für diesen Stadtteil und für die ganze Region auf dem Gelände fortgeführt werden und auch Neuentwicklungen möglich machen.
Wir als Zentren sowie als Landesverband bieten unsere Kompetenz und unser Fachwissen an, um Wege aus der aktuellen Krise zu finden und die Fortsetzung fundierter soziokultureller Arbeit möglich zu machen. Für einen baldigen Neuanfang auf Carl.
Essen, den 23.9. 2008
LAG NW, Rainer Bode, Achtermannstr. 10-12, 48143 Münster
Tel. 0251-518475, Fax 0251-518876
Ralf D.: "Was nicht kontrovers ist, ist nicht der Rede wert."
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