Lokales

Gewohnheit oder Ärgernis...

... oder die stille Hoffnung auf Besserung?

Die Straßenbaustelle in Altenessen-Nord

Seit über einem halben Jahr begleitet inzwischen die Wanderbaustelle auf der Altenessener Straße die Anwohner. Man hat sich daran gewöhnt, sie irgendwie zu umkurven, wenn man in den Altenessener Stadtkern will. Das ist nicht immer leicht, weil sie alle paar Wochen ein Stück wandert und ein neuer Abschnitt oder eine Kreuzung blockiert ist und der Weg, auf dem man letzte Woche noch zum Ziel kam, auf einmal versperrt ist. Nur Fußgänger finden immer einen Weg an der Baustelle vorbei.

Das rote Pflaster, das seit der Neugestaltung des alten Stadtkerns dort liegt, hat etwas getan, was ordentlich verlegtes Pflaster sonst nur selten tut: Es hat sich gelockert. Woanders senkt es sich, es setzt sich, es bildet Spurrinnen... aber die Steine bleiben fest.

Nicht so in Altenessen: Bei jedem Auto klappern die Steine, verursachen einen Höllenlärm und stellen zudem durch ihre Wackelei eine Gefahrenquelle für Zweiradfahrer da. Dieser Zustand konnte nicht so bleiben, das war klar.

Bei so merkwürdigem Verhalten von Straßenpflaster stellt sich natürlich die Frage nach der Ursache, denn normal ist so etwas nicht. "Normales" Straßenpflaster wird mit den Jahren immer fester und gesetzter. Das ursprüngliche Fugenmaterial wird immer weiter verdichtet, entstehende Ritzen gleich wieder vollautomatisch mit Staub und Straßenschmutz aufgefüllt und erneut verdichtet. Schwerlastverkehr drückt die Steine tiefer in den Untergrund, aber er lockert sie nicht.

Nach so vielen Jahren läßt sich natürlich nicht mehr feststellen, ob bei der ursprünglichen Verlegung gepfuscht wurde. Das sollte eigentlich aber unerheblich sein. Hätte sich das Pflaster verhalten wie die meisten anderen Pflasterflächen auch, hätte es sich bei Pfusch gesenkt, verschoben oder Stolperkanten gebildert, aber es hätte sich nicht gelockert.

Die Ursachen dürften also woanders liegen: An der Art der Verlegung, an der Richtung der Belastung durch Fahrzeuge... auch das läßt sich nachträglich schwer feststellen. Allerdings hätte der Gedanke nahegelegen, daß diese Art der Pflasterung in diesem Bereich ungeeignet ist. Das wäre auch kein großes Problem gewesen. Es gibt unzählige Formen von Plastersteinen und die verschiedensten Möglichkeiten, sie anzuordnen: Diagonal, verschränkt, im Bogen... Die Wahrscheinlichkeit, daß eine dieser Pflasterungen dieses merkwürdige Verhalten nicht zeigt, wäre extrem hoch gewesen.

Wir werden es nicht erfahren. Denn das neue Pflaster wird mit genau derselben Steinform in genau derselben Richtung verlegt. An den Ursachen für das Problem wird sich ebenfalls nichts ändern, also können wir uns jetzt schon darauf freuen, daß sich die bekannten Probleme in einigen Jahren mit demselben Lärm und der Wackelei wieder einstellen werden. Die stille Hoffnung auf Besserung ist also nicht wirklich berechtigt. Immerhin wissen wir schon, was uns dann erwartet...


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