Lokales

Die Zukunft der Zeche Carl ist offen

Die Zukunft der Zeche Carl ist offen, im wahrsten Sinne des Wortes, und zwar in alle Richtungen. Einig sind sich alle Parteien und Verantwortlichen lediglich in dem Punkt, daß die Zeche Carl als soziokultureller Standort bestehen bleiben soll. Die Form, die Struktur und die konkreten Ziele hingegen sind zur Zeit völlig unbestimmt.

Das Aus für den bisherigen Träger, den Zeche Carl e.V., steht unabwendbar für den 30.9. fest. Ab dem 1.10. übernimmt eine Auffanggesellschaft der Stadt die Aufgabe, den Betrieb bis zum 31.3.2009 halbwegs aufrecht zu erhalten.

In dieser Zeit sollen neue und tragfähige Konzepte für die Weiternutzung des Standortes überdacht und geprüft werden. Interessengruppen und Bürger sind aufgerufen, ihre Konzepte vorzulegen und zu begründen. Wie es letztendlich weitergeht, wird sich also frühestens Anfang des nächsten Jahres entscheiden. Und erst im Laufe des kommenden Jahres wird klar werden, ob die Entscheidung der Stadt, dem Verein so kurz vor 2010 den Hahn abzudrehen, eine gute Entscheidung war. Der kommende Träger wird erst noch zeigen müssen, daß er den Standort Zeche Carl im Sinne der Altenessener Bürger weiter pflegt und erhält.

Ein erneuter Absturz der Zeche ausgerechnet im Jahr der Kulturhauptstadt wäre jedenfalls eine weithin sichtbare Blamage der Stadt Essen.

Unweigerlich drängt sich in der jetzigen Situation immer wieder der Vergleich mit der Philharmonie auf. Mit einem Bruchteil der dort im Raum stehenden Gelder hätte der Fortbestand der Zeche Carl in der ursprünglichen Form gesichert werden können. Gegen die Zahlen der Philharmonie sehen die Probleme der Zeche Carl wie ein Fliegendreck aus. Trotzdem hat die Stadt bei der Zeche ein klares Signal gesetzt, während die Lage der Philharmonie noch nicht geklärt ist.

Hier kann die Stadt Essen jetzt zeigen, daß eine Kulturhauptstadt Kultur für alle  Bürger (und Wähler) bietet, nicht nur für die gut betuchte Oberschicht.


Kommentar schreiben

Kommentare bitte kurz und aussagekräftig halten.