Lokales
Altenessen bekommt eine Marina
Geschrieben von: sanel Mittwoch, 30. Mai 2007 um 02:06 Uhr
Eine Marina wird für Altenessen geplant. Mitte 2010 sollen schon die ersten Bewohner ihre Häuser beziehen können. Die Bezirksvertretung V hat in ihrer letzten Sitzung dem Start für den baurechtlich notwendigen Bebauugsplan- und Flächennutzungsplanverfahrens zugestimmt. Im Juni folgt eine Ausstellung zum Projekt in Altenessen, berichtet Peter Czuia, Projektentwickler bei der Essener Wirtschaftsförderungsgesellschaft (EWG).
Das ca. 6,0ha große Projektgebiet ist über die A 42 und den Anschluss Essen-Altenessen und die U-Bahnlinie auf der Altenessener Straße bestens angebunden. Es liegt auf rund 300m Länge am Ufer des Kanals, der als ruhiger Wasserweg die Verbindung in die Region und die weite Welt bietet. Östlich angrenzend beginnt direkt der 240ha große Naherholungsraum mit dem ehemaligen Buga-Gelände Nordstern und der bewaldeten Schurenbachhalde mit fantastischer Aussicht über das nördliche Ruhrgebiet. Im Süden und Westen bieten die vorhandenen Wohngebiete und der Gewerbepark Fritz die notwendige Nahversorgung.
Der von dem Architekten Thomas Pape, WFD DERWALD GmbH, Dortmund, in 2006 entwickelte Konzeptentwurf besteht aus folgenden Bausteinen:
- Wohnen am Wasser, 64 Wohnhäuser, z.T. mit eigenem Bootsanleger an den Wohngrachten
- Terrassenhäuser
- eine Zone von rd. 21.000m² mit einer Mischnutzungs aus Gastronomie, Shops, Hotel und Boutiquen
- Wohnen und Büro mit Hafenpromenade und -platz am Kanal
- dem Marina-Kernbereich mit ca. 100 Liegeplätzen im rd. 14.500m² großen neuen Hafenbecken mit Serviceeinrichtungen für den Sportbootfahrer und weiteren rd. 1.200m² für gewerbliche Nutzung
- am Kanal ein 150m langer Großanleger für Flusskreuzfahrtschiffe, Hotel- und Fahrgastschiffe wie die »Weiße Flotte«
- südlich der Nordsternstraße Trockenliege- und Pflegeplätze für Boote, Parkplätze für Bootsanhänger und PKW mit Erweiterungsflächen im Bereich Service und Verkauf
Der kleine angrenzende Gewerbepark Fritz wird in die Marina-Entwicklung eingebunden. Mit der neuen U-Bahnhaltestelle an der Marina, dem Fahrgastschiffsanleger und den Marina-Parkplätzen wird der Standort »Marina Essen« Eingangstor zum Emscher Landschaftspark und gastfreundliche Basis für den Wassertourismus.
Im Januar 2006 wurde die »Marina Essen GmbH« zur Entwicklung des Geländes gegründet. Die Machbarkeitsuntersuchungen sind Mitte 2006 abgeschlossen. Das Bebauungsplanverfahren soll Mitte 2007 beendet sein, die anschließende Phase der Baureifmachung und Erschließung ist bis Mitte / Ende 2008 kalkuliert. Verhandlungen mit Kauf- und Mietinteressenten werden geführt.
Das Projekt in Kürze:
- Lage: Essen-Altenessen, Nordsternstraße
- Gebietsgröße: 6ha
- Baugrundstücke
- Wohnen: 10.000m² Grundstücke für 30 Terrassenhäuser, »Wassergrundstücke« für 34 Grachtenhäuser
- Gewerbl. Nutzung: 22.500 m²
- Verfügbar: Baubeginn Mitte / Ende 2008
- Gesamtinvestition: 70 Mio. Euro
- Neue Arbeitsplätze: rd. 600
- Neue Wohneinheiten: 75 (incl. 12 Penthäuser an der Hafenpromenade)
- Projektentwickler: Marina Essen GmbH
| Essen - Korruptionshauptstadt 2010 | Informelles Treffen der Umweltminister |
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Kommentare
Würde dort gerne wohnen! Antworten | Antworten mit Zitat | Zitieren
Jeder Quadratmeter Brache wird massenkompatibe l eingestampft. Quasi antiseptische "Entdeckungstour en", damit die beigen Sonntagsschühch en bloß nicht dreckig werden.
Freizeitpark Ruhrgebiet dank ELP2010. Mit trivialen, austauschbaren Minijöbchen, damit für die Neureichen nicht gar so teuer wird. Wer ein Projekt wie dieses Vermarkten möchte, wird sich zuerst um die Belange der zahlungskräftig en Klientel bemühen!
Gegen die Beruffschiffahr t wird die erste Klage wahrscheinlich auch nicht lange auf sich warten lassen. Denn so wenig genutzt ist der Kanal ja gar nicht … . Und der Stadthafen ebenfalls nicht. Gottseidank. Sonst hat´s da bald noch Floating Homes. Antworten | Antworten mit Zitat | Zitieren
abgesehen von den devoten Dankesbekundung en an die Adresse der CDU vernehme ich leider immerzu nur diesselben Stereotype mit dem hinlänglich bekannten Gefasel von "Potential", "Impulsen", "Konzepten", "Rückwärtsgewand heit". Das Problem im Ruhrgebiet (als Zugereister nehme ich mir die Freiheit): Das ständige "wir müssen den Blick nach vorne richten" hat die Sicht dafür verstellt, woher man eigentlich kommt, was man kann und was man will. Hauptsache alles irgendwie anders. Sozusagen fehlt die Reflexion, hat es den Anschein.
Man mag es nicht mehr hören, wenn die Trivialisierung des Ruhrgebietes mit dieser Instant-Architektur noch als großer Wurf bezeichnet wird. Welchen fundamentalen stadtplanerisch en Interessen wird - ausser der Profitmaximieru ng der Bauträger, des Ingenieneur- und Beratungsbüros - Rechnung getragen? 70- 80 Liegeplätze sind nicht wenig, aber dennoch ist und bleibt eine Marina ein "Nischengeschäft " für überwiegend gut betuchtes Klientel. Das manifestiert sich auch in der Tatsache, daß dort keine gebwerbsmäßigen (Boots-) Reparaturen durchgeführt werden sollen. So etwas ist ja zuweilen mit Lärm verbunden. Da reagiert man mehr als empfindlich.
Und seit wann ist man der Meinung, die im Planentwurf erwähnten "Grachtenhäuser" seien stilbildendes Mittel des Ruhrgebietes? Vielleicht ist es dabei sogar von Vorteil, wenn man diese nicht als solche erkennen kann.
Einmal mehr wird öffentlicher Raum durch geschickte Bebauung privatisiert. Und die meisten der achso tollen Arbeitsplätze werden wohle eines sein: schlechtbezahlt e Arbeitsplätzche n.
Aber die Stadt Essen ist nicht dazu in der Lage, eine Baustelle die den West- vom Osthafen trennt, innerhalb von vier Wochen fertigzustellen . Ein Armutszeugnis für das "Kompetenz"
Anstatt sich über derlei volkwirtschaftl ich beinahe unbedeutenden Spielplätze für Erwachsene zu erfreuen, würde mich interessieren, in welcher Schublade die Stadt Essen ihre zukunftsfähigen Konzepte für Transport und Verkehr entlang des Rhein-Herne Kanals hat um beispielhaft voranzugehen. Anstatt wertvolle Verkehrsfläche für wasser- und schienengebunde ne Verkehre vorzuhalten werden ebensolche Flächen platt gemacht. Nicht nur am Kanal - auch andernorts. Zum Nutzen weniger - zum Schaden vieler. Antworten | Antworten mit Zitat | Zitieren