Wochenmarkt in Altenessen

"Aus dem Ernährungswesen einer deutschen Stadt ist der Markt, d.h. der Verkauf von Lebensmitteln auf öffentlichen Plätzen, nicht mehr hinwegzudenken." (Dr. Wilhelm Sellmann)

Marktplatz Jeden Dienstag und Freitag findet seit langer Zeit auf dem Marktplatz zwischen Vogelheimer Straße und Winkhausstraße direkt hinter der "Alten Badeanstalt" der Wochenmarkt in Altenessen statt. Das Marktgeschehen wird weitestgehend durch die "Marktordnung für die in der Stadt Essen stattfindenden Märkte" bestimmt und geregelt.

In dieser Marktordnung ist festgeschrieben, an welchen Tagen und zu welchen Zeiten auf öffentlichen Marktplätzen Waren feilgeboten werden dürfen. Auch die Art und Beschaffenheit dieser Waren ist genau definiert. So lautet (auszugsweise) der § 19 der Marktordnung vom Februar 1953:

Gegenstände des Wochenmarktverkehrs sind:

  1. Rohe Naturerzeugnisse mit Ausschluß des größeren Viehes, sowie der bewurzelten Bäume und Sträucher,
  2. Fabrikate und Waren, ... der Land- und Forstwirtschaft, ... mit Ausnahme der geistigen Getränke,
  3. frische Lebensmittel aller Art,
  4. ferner nach Ortsgewohnheit und Bedürfnis: Wollenband und wollene gestrickte Waren, gewöhnliche Seilerarbeiten und Hanfwaren, grobe Bürstenbinder- und Klempnerwaren und Neuheiten.

Auch der Beginn und das Ende der täglichen Marktzeit ist hier geregelt. Marktzeit ist an den Markttagen von 8-13 Uhr. Der Aufbau der Stände darf frühestens eine Stunde vor Marktbeginn erfolgen, während der Abbau spätestens eine Stunde nach Marktende abgeschlossen sein muß. Allerdings: "Das Schlachten und Rupfen von Tieren ist auf dem Marktplatz untersagt. Das Abhäuten und Ausnehmen von Tieren darf nur dann vorgenommen werden, wenn es unauffällig für das Publikum nicht sichtbar geschieht; die dabei entstehenden Abfälle sind sofort zu beseitigen."

Selbst heute noch, im Schatten der Einkaufszentren, ist diese Marktordnung in abgeänderter Form gültig. Wie auch das gesamte Marktgeschehen von seinem althergebrachten Charme nichts eingebüßt hat. Gemüse, Obst, Fleisch- und Wurstwaren, sowie Fisch und Molkereiprodukte werden wie in alten Zeiten angeboten. Ebenfalls können heutzutage Modeschmuck, Kleidung und Konserven erworben werden.

Gleichzeitig waren Marktplätze seit jeher Orte des gesellschaftlichen Lebens, wo sich Menschen trafen und miteinander redeten. Dies sollte auch für die Tage gelten, an denen kein Marktgeschehen stattfindet. Ich hoffe, daß sich auf dem Marktplatz in Zukunft auch an marktfreien Tagen ein solches reges, gesellschaftliches Leben entwickelt.

Josef Heidelbach

Aus dem Altenessener November 2001


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