Die Ellernschule und ihre Umgebung
Geschrieben von: Lesebuchkreis Altenessen
Das Bild zeigt die Altenessener Straße von Süden her gesehen, links biegt die Ellernstraße ab. Dort sieht man das Gebäude der Ellernschule und den Schulhof. Noch weiter links, auf dem Bild nicht mehr zu sehen, waren die Felder des Bauern Kallenberg. Sie lagen rechts und links an der Gladbecker Straße (früher Feldweg genannt). Heute befindet sich dort, wo früher Felder, Weiden und Bauernhof waren, die Sportanlage der Universität Essen mit ihrem Fußball- und Tennisplatz.
Bei der Ellernschule befand sich eine Gärtnerei mit Wohnhaus und dahinter ein Ledigenheim (auch Bullenkloster genannt), welches von den Ziegeleiarbeitern bewohnt wurde. Das Ledigenheim befand sich an der Ellernstraße in dem heutigen kleinen Wäldchen neben der Ellernschule.
An der Altenessener Straße, hinter dem Ledigenheim der Zeche Helene, sieht man den Schornstein einer Ziegelei. Altenessener Bürger versuchten, sich auf dem gegenüber liegenden Gelände kleine Gemüsegärten anzulegen, dafür mußten Ringofen, Schutt und Asche entfernt werden. Da sich rechts neben der Schule die Kläranlage befand, holten sich die Hobbygärtner dort aus dem Schlammbecken die Erde, die man schwarze Erde nannte. Mit dieser Erde füllten sie ihre Gemüsebeete auf. Wenn es geregnet hatte, wurden erneut die Steine sichtbar, als wenn sie gesät worden wären, sie mußten in schwerer Handarbeit wieder entfernt werden.
Belohnt wurden die Gärten mit Tomaten, die sie nicht pflanzen brauchten, da der Samen in der schwarzen Erde vorhanden war. Die Mühe der Gärtner war nicht umsonst, heute befindet sich eine große Kleingartenanlage namens "Bernetal e.V" auf Teilen des ehemaligen Ziegeleigeländes.
Der hintere Schornstein und die Ziegelei mußten in den sechziger Jahren der Siedlung am Hölteberg der Krupp-Wohnungsbau-Gesellschaft weichen. Im Hintergrund des Bildes sieht man die Altenessener Straße mit der Gaststätte "Am Hölteberg".
Waltraud Kausch
Aus dem Altenessener Kalender Dezember 2001
Ergänzung von Altenessen Info:
Wenn man den Stadtplan rund um den Hölteberg und die Ellernschule von 1912 mit der heutigen Realität vergleicht, wird man an einigen Stellen überrascht. Es gab Straßen, wo man heute nie erwarten würde, daß da mal eine war, an anderen Stellen sind zwar die Straßen verschwunden, aber ihre Spuren auch nach 100 Jahren noch erkennbar.
So käme heute kaum jemand auf die Idee, während er den Fußweg am Tierheim und dem Nordpark vorbei entlangspaziert, daß dort einmal die Bernetalstraße von der Grillostraße bis zur Altenessener verlief. Geblieben ist davon ein kleines Stück, die heutige Ellernmühle, aber wer sich in diese Sackgasse verirrt, kommt nicht auf die Idee, sie in Gedanken bis zum Augusta-Platz (heute Ellernplatz) und weiter bis zur Grillostraße zu verlängern. Auch die Gneisenaustraße war keine unbedeutende Sackgasse, sondern sie ging durch bis zur Bernetalstraße und bildete mit dieser an der spitzwinkligen Einmündung den Gneisenauplatz. Die Altenbergstraße führte ursprünglich zum Hof Altenberg, einem der ältesten Höfe Altenessens. Die ursprünglichen Besitzer, die Familie op dem Berghe, siedelte nach Essen-Bochold um und baute dort das "neue" Haus Berge. Der alte Hof bekam zur Unterscheidung seinen Zusatz "Alt".
Ebenso spurlos verschwunden ist die ursprüngliche Höltestraße, die von der Altenessener um den Höltehof herum zur Hundebrinkstraße ging. Auf dem Luftbild ist sie am oberen Rand gut zu erkennen. Einziger Überrest sind die beiden Linden an der Altenessener, zwischen denen die Höltestraße einst begann. Die heutige Höltestraße hat rein gar nichts mehr mit der ursprünglichen zu tun.
Genau so wenig übrig ist von der Hohlmannstraße, auf dem Luftbild oben rechts. Sie zweigte von der Kreuzung Stoppenberger Straße (heute Seumannstraße)/Georgstraße (heute Am Kreuz) ab, unterquerte die Bahnlinie und mündete in die Helenenstraße (heute Twentmannstraße). Sie war eine Bergmannskolonie. Erhalten ist nur der kleine Rest von der Unterführung bis zur Twentmannstraße.
Auch von der Winkelstraße, einem kleinen Gäßchen um die Ecke Altenessener/Seumannstraße, ist nur noch ein wenige Meter langes Stück übrig, das heute Hölteberg heißt. Früher endete sie nicht an der Altenessener, sondern ging auf der anderen Seite weiter auf die Ellernschule zu. Der Weg durch die Schrebergärten ist auf dem Luftbild schön zu sehen. Wenn man ganz genau hinsieht, erkennt man immer noch einen Teil des Verlaufs an den heutigen Gartengrenzen, die schräg zu den übrigen Parzellen verlaufen.
Anders dagegen bei der Lierfeldstraße: Sie nimmt zwar heute den Weg mitten durch den damaligen Schweinemarkt, aber ihr alter Verlauf fast geradeaus von der Bernebrücke auf die Altenessener zu und die Baulücke, durch die sie einst führte, sind noch gut erkennbar, ebenso das kleine Gäßchen, das hinter den Häusern her neben der katholischen Schule (heute Bürgeramt) einmündete.
Schon fast auffällig ist, wie viele dieser früheren Straßen auf so kleinem Raum durch Sportplätze ersetzt wurden: Die Bernetalstraße durch die Uni-Sportanlage, die Hälfte der Altenbergstraße durch den Sportplatz am Nordpark und fast die gesamte Hohlmannstraße durch die Sportanlage am Helenenpark. Nur den Sportplätzen an der Bäuminghaus- und der Seumannstraße ist keine Straße zum Opfer gefallen
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Kommentare
Dort wo die hellen Felder sind, befindet sich heute der ESC PREUßEN ESSEN 02 E.V.
Die Straße die von Süden in Richtung Nord-West geht, ist die Essen-Horster -Straße, heutige Altenessenerstr . Antworten | Antworten mit Zitat | Zitieren
entstanden sind, gab es in den 60zigern wild angelegte Kleingärten,
Bunker. Auf jeden Fall ein toller Platz für Kinder. Antworten | Antworten mit Zitat | Zitieren
antworte mal hier und melde dich als user an. ich bin an kontakten mit den ehemaligen bewohnern interessiert. da können wir uns mal kurz schliessen. viele grüsse Antworten | Antworten mit Zitat | Zitieren
Ich bin in der Hundebrinkstr. aufgewachsen und bis 1977 zur Ellernschule gegangen.
Vielleicht interessiert sich ja jemand dafür, jeden letzten Freitag im September (also diesesmal am 25ten) treffen sich die ehem. Anwohner der Hohlmannstr., zum gemütlichen Beisammensein, in der Gaststätte Fischer auf der Bäuminghausstr./ Ecke Westerdorfplatz .
Obwohl ich nicht in der Hohlmannstr. gewohnt habe, war ich schon 2 mal dabei, um einiges über die Zeche Helene usw. zu erfahren.
Die Leute bei diesen Treffen sind alle sehr nett, gesellig und auskunftsfreudi g, so daß es mir nie, um die Zeit die ich dort verbringe, leid tut. Antworten | Antworten mit Zitat | Zitieren
meine Oma hat am Kreuz 9 gewohnt.ich selber wohnte bis 1966 in der Westerdorfstraß e.Zur Schule ging es natürlich bis 68 zur Ellernschule.
Am Kreuz oder in der Gegend war ich oft.Den Bunker im Steinberg kenne ich auch von innen.Ab und zu wurde der Eingang von älteren aufgebrochen.Es war eine riesige Anlage mit Gänge und Hallen.
Mein Vater und mein Opa sind auf Zeche Helene zur Arbeit gegangen.Der Opa 40Jahre.Mit Reiner F. habe ich Molche im Tümpel auf dem Gelände der ehemaligen Kruppsiedlung gefischt.
Gruß Eckhard L. Antworten | Antworten mit Zitat | Zitieren
wir, kommen vom Gymnasium essen nord-ost aus der Jahrgangsstufe 8. In unseren Fach Epo (erdkunde,polit ik,geschichte) besprechen wir grade das Thema Zeche Helene.
Wir suchen nach Leuten, die in der Zeche Helene gearbeitet haben, deswegen bitten wir Sie, falls möglich, dass Sie für uns eine Person organisieren können, die auch mit uns ein Interview führen können.
mit freundlichen Grüßen
Gabriela,Nadima ,Raka Antworten | Antworten mit Zitat | Zitieren
In der Ellernmühle wohnten zu deiner Zeit gute Kollegen von mir, vielleicht sagt dir der Name Dieter Jockschat (oder so ähnlich) ja was.
Dieters Vater war früher Hauer auf der Zeche Emil-Emscher und litt schrecklich unter starker Staublunge.
Mitte der 70er war mein bester Kumpel ein gewisser Holger Harms, seine älteren Brüder hießen Wolfgang und Peter.
Leider haben wir uns aus den Augen verloren als die Häuser in der Ellernmühle verkauft wurden und die Familen wegziehen mußten.
Gruß
Roland B. Antworten | Antworten mit Zitat | Zitieren
"Straße" ist und war schon immer übertrieben. Mehr als ein breiterer Fußweg war die frühere Winkelstraße nie. Inzwischen ist nicht mehr als eine Garagen-/Parkplatzzufahr t davon übrig geblieben. Die ist aber genau da, wo sie auch auf dem aktuellen Stadtplan ist. Antworten | Antworten mit Zitat | Zitieren
Hier
www.Ellernschule.de
trifft sicher jeder, der auch die Ellernschule besucht hat, den einen oder anderen Ehemaligen. Antworten | Antworten mit Zitat | Zitieren