Kinderspiele
Geschrieben von: Lesebuchkreis Altenessen
Nach dem Schulbesuch und den erledigten Schularbeiten konnten wir Kinder zum Spielen auf die Straße, da kaum Autos vorhanden waren, die unser Spiel gefährden konnten. Deshalb brauchten sich unsere Eltern auch nicht zu sorgen, wie das heute der Fall ist. Wir liefen Rollschuh, spielten Völkerball, Schlagball, Pitschendopp, Knickern (Murmeln), Verstecken, sprangen Seilchen und machten aus Kernseife Seifenblasen. Im Herbst, wenn die Felder abgeerntet waren (Stoppelfeld), zogen wir mit unseren Windvögeln zur Gladbecker Straße, die damals ein Feld war. Die Felder gehörten Bauer Kallenberg.
Wir ließen unsere Windvögel fliegen und hatten unseren Spaß daran, besonders wenn der Vater auch mitgehen konnte. Das war ein Gaudi für jung und alt.
Im Winter, wenn Schnee lag, wurde nicht gestreut wie heute, sondern wir konnten selbst auf den Straßen mit unseren Schlitten fahren. Mehrere Schlitten wurden aneinandergebunden und die Ellernstraße bis zur Altenessener Straße hinaufgezogen, um von dort aus die Ellernstraße runterzurodeln. Das erste Kind auf dem Schlitten hatte Schlittschuhe an, um die Schlittenkolonne zu lenken. Dieses Kind wurde dann immer bergauf gezogen.
Unsere älteren Geschwister standen abends an der Ecke und spielten Gitarre und Mundharmonika, was heute auch nicht mehr möglich wäre. Wir ärgerten auch damals die Leute, indem wir Klingelmännchen machten oder Streichhölzer zwischen die Schellen steckten.
An der Ecke Peanstraße/Westerdorfstraße war ein freier Platz, auf dem Kleinkunstbühnen sowie Kasperletheater usw. aufgeführt wurden. Zusammenfassend kann man sagen, daß wir wir trotz der einfachen Möglichkeiten dieser Zeit eine schöne Jugend verlebt haben.
aus dem Altenesser Kalender März 1989
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