Schurenbachhalde
Geschrieben von Dietmar Hollenberg   
Donnerstag, 1. März 2007

schurenbachhalde_1_20070326_2032552563.jpg Die Schurenbachhalde ist eine etwa 65 Meter hohe ehemalige Abraumhalde des Steinkohlebergbaus in Altenessen. Die Halde befindet sich unmittelbar am Rhein-Herne-Kanal, zwischen Emscherstraße, Nordsternstraße und Emscherschnellweg (A42) in der Nähe des Nordsternparks (ehemalige BuGa) Gelsenkirchen.

Die Halde wurde bis zur Stilllegung 1986 von den Altenessener Zechen und der Zeche Zollverein zur Lagerung von Abraum genutzt. Danach wurde die Halde renaturiert und zum Landschaftsdenkmal umgebaut.

schurenbachhalde_7_20070326_2059006748 Auf dem Scheitel der Halde findet sich als Landmarke die 1998 aufgestellte 15m hohe Skulptur "Bramme für das Ruhrgebiet" des amerikanischen Künstlers Richard Serra.

Die Halde ist Teil der Route der Industriekultur.

Entstanden ist Essens jüngste und größte Halde erst in den 1970er Jahren. Beschickt wurde sie anfangs mit Waschbergematerial der Zeche Fritz-Heinrich in Altenessen. Ein Teil der heutigen Fläche wurde als Materiallager und Holzplatz genutzt, der Rest der Fläche war damals noch Ackerland, ein Sportplatz und einige als Sackgassen am Schurenbach endende Bergarbeitersiedlungen. Die größte Menge Waschberge kam später von der Verbundzeche Nordstern/Zollverein. 

1986 entstand das Projekt der RAG, die Schurenbachhalde zum Vorzeigeberg aufzuschütten. Gleichzeitig mit der Aufschüttung erfolgte die Begrünung der Halde mit 250 000 Bäumen und Setzlingen; Wiesen und mehrere Teiche an der Ostseite wurden angelegt, Ruhebänke aufgestellt. Für dieses Projekt "Waldpark Schurenbach" plante die RAG bis 1995 Kosten in Höhe von 150 Mio. DM ein. Die Beschickung mit Berge geschah im Minutentakt, sehr zum Ärgernis der Anwohner. Zu deren Entlastung wurde dann eine moderne Gleisanlage eingerichtet, die im Zuge der Bundesgartenschau im Nordsternpark Gelsenkirchen für eine Museumsbahn genutzt wurde. Dieses Projekt ist mittlerweile mangels Bekanntheit und Nutzung wieder eingeschlafen, die Gleise rosten ungenutzt vor sich hin.

Bereits 1991 war ein mehrere Kilometer langer Wanderweg des Sauerländischen Gebirgsvereins auf halber Höhe der Halde ausgebaut. Der Freizeitwert der Schurenbachhalde wurde schon während ihrer Entstehung von der Bevölkerung erkannt und angenommen.

Im Rahmen der IBA-Emscherpark wurde die Idee zur Schurenbachhalde als Landmarke geboren. 1995 war die Aufschüttung des Landschaftsbauwerkes Schurenbachhalde beendet. schurenbachhalde_4_20070326_1408703679.jpgAus 65m Höhe bietet sich ein umwerfender Blick in die Emscherregion und auf das Essener Stadtgebiet. Das Konzept zur Endgestaltung der Schurenbachhalde durch den amerikanischen Bildhauer Richard Serra geht auf ein Entwurfsverfahren zurück, das im Rahmen der "Triennale Ruhr GmbH" 1998 initiiert worden ist.

schurenbachhalde_11_20070326_1783434881.jpg Gewalzt im Stahlwerk der `Creusot-Loire-Industries`in Frankreich (in Deutschland ist diese alte Herstellungsart nicht mehr möglich), gelangte die "Bramme (für das Ruhrgebiet)" am 10.11.1998 auf die Schurenbachhalde. Die Kosten für dieses Gesamtkunstwerk beliefen sich auf etwa 1 Mio. DM. Die Bramme ist als Landmarke von weither sichtbar. Sie besteht aus Stahl, ist 14,5 m hoch, 4,2 m breit und 13,5 cm dick. Ihr Gewicht beträgt 67 Tonnen. Erst in unmittelbarer Nähe wird ihre Mächtigkeit deutlich. Obwohl sie hoch wie ein Haus und dick wie eine Mauer ist, wirkt die Bramme aus größerer Entfernung auf der riesigen Halde eher klein.

Wer sehen möchte, wie sehr die Halde und der Emscherschnellweg  die Region verändert haben, findet hier eine Ansicht der früheren Gleise, Straßen und des Schurenbachs aus dem Jahr 1955. Mehr Bilder von der Halde sind im Fotoalbum zu sehen.

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