Feuerwehrberichte
Ab dem 1. Juli 2009 kein Notruf ohne SIM-Karte
Geschrieben von: Dietmar Hollenberg Freitag, 26. Juni 2009 um 01:34 Uhr
Mit Ablauf des Monats Juni kann man mit einem Handy ohne aktive SIM-Karte keine Notrufe zu Polizei oder Feuerwehr mehr absetzen. Die Bundesregierung hat die Notrufverordnung zum Telekommunikationsgesetz dahingehend geändert.
Der ursprüngliche Gedanke, mit abgelegten, aber noch funktionierenden Handys im Ernstfall Hilfe rufen zu können, war gut gemeint. In der Praxis zeigte sich jedoch, dass fast alle Anrufe, die auf diese Art und Weise getätigt wurden, kein echtes Hilfeersuchen als Grundlage hatten, sondern Scherz- oder Testanrufe waren. Damit wurden die Leitstellen zusätzlich belastet, echte Notrufe möglicherweise verzögert abgefragt. Jeder kann sich selbst ausmalen, welche Konsequenzen solch ein Verhalten haben kann.
Die SIM-Karte dient zur Identifizierung des Nutzers im Mobilfunknetz. Sie ist etwa so groß wie ein Daumennagel und wird ins Mobiltelefon eingelegt. Erst nach dem Einbuchen ins Netz kann man telefonieren oder SMS verschicken.
Bei der Essener Feuerwehr laufen an einem durchschnittlichen Tag zwischen 600 und 900 Notrufe auf, zwischen 25 und 40 Prozent dieser Anrufe kommen ohne Kennung, also ohne eingelegte aktive SIM-Karte. Mit Beginn des nächsten Monats entfallen diese Anrufe und die Leitstellendisponenten können im Zweifel den Anschlussinhaber zurückverfolgen. Denn auch bei unterdrückter Rufnummer wird in den Notrufabfragestellen die Rufnummer immer im Klartext angezeigt.
Zwar bleiben Notrufe zu Polizei oder Feuerwehr auch weiterhin kostenlos, im nachgewiesenen Missbrauchsfall ist neben der strafrechtlichen Ahndung aber auch der Feuerwehreinsatz zu bezahlen. Mindestens 500 Euro sind dann pro halber Stunde fällig. (MF)
| Unwetter sorgt für Chaos | Brand einer Scheune - zwei Pferde starben |
|---|


